Das Arbeitsleben (2019 – 2020)

Die ersten drei Wochen wurde ich für die Demenzstation eingeteilt, das machte mir den Einstieg ins Arbeitsleben sehr leicht, da ich dort die gesamte Zeit meines BFDs verbracht hatte. Ich konnte es noch gar nicht richtig glauben, dass ich es jetzt wirklich geschafft habe, ich war überglücklich und die Bewohner und meine Kollegin freuten sich sehr, dass ich zurück war. Ich sprühte nur so voller Ideen und es machte richtig Spaß.

Während der ersten drei Wochen backte ich mit den Bewohnern zwei Mal einen Schokoladenblechkuchen, das kam wirklich gut an und machte den Bewohnern richtig Spaß. Ein Senior, 92 Jahre alt, sagte mir, dass er noch nie gebacken habe. Dann sagte ich zu ihm man lerne nie aus und es mache bestimmt Spaß, etwas Neues zu lernen. Er nahm dann am Angebot teil und schlug die Eier für den Kuchen perfekt auf, worauf hin ich ihn sehr lobte, in dem ich sagte, er habe es perfekt gemacht und an ihm ist ein Konditor verloren gegangen und dass er vielleicht noch umschulen sollte. Er strahlte dann übers ganze Gesicht und man konnte sehen, wie stolz er auf sich war. Er erzählte es am Nachmittag seiner Physiotherapeutin und sie wollte gar nicht glauben, dass er das tatsächlich getan hat und fragte deswegen meine Kollegen aus der Pflege, die ihr dann erzählten, dass es wirklich gestimmt hat. Wenn ich ihn jetzt noch darauf anspreche, sieht man noch die Freude in seinen Augen, das ist einer der Gründe, warum ich das liebe was ich tue!

Danach kam ich auf die Station, auf der die Senioren noch sehr mobil sind, nur einige benötigen Hilfsmittel, wie einen Rollstuhl oder einen Rollator. Ich musste mir erstmal die ganzen Namen merken, das dauerte ein paar Tage aber die Angebote wie Gedächtnistraining, basteln, lesen, Gesellschaftsspiele und Kegeln kamen sehr gut an. Es war für mich die ersten Tage sehr ungewohnt, da ich beim basteln nur die Vorlagen abzeichnen musste und die Senioren sonst alles ganz allein ausschnitten ohne Unterstützung.

Beim Gedächtnistraining kam sofort eine Antwort und ich konnte intensiv Gespräche führen. All das war ich sonst von der Demenzstation nicht gewohnt. Es machte mir sehr viel Spaß dort und auch die Bewohner konnte ich nach und nach für mich gewinnen.

In dieser Zeit graute es mir die ganze Zeit vor dem Termin mit dem Integrationsamt, aber meine Chefin stand voll und ganz hinter mir und auch die Chefin von der Selbsthilfe, die meine Assistentin einstellt, stärkte mir den Rücken. Um perfekt auf das Gespräch (also den Ablauf und die gesetzlichen Vorgaben) vorbereitet zu sein, informierte ich mich im Internet und rief auch bei der Sozialarbeiterin an. Ich war also auf alles vorbereitet und dachte, falls sie mir Probleme machen sollten (die Kosten für meine Assistentin nicht übernehmen und ich dadurch nicht weiter meine Arbeit ausüben kann), dann werde ich die Presse einschalten! Ich würde mir nicht das wegnehmen lassen, wofür ich so lange gekämpft habe und was ich aus vollem Herzen liebe!