Die weiterführende Schule (2008 – 2014)

Als mein erster Schultag begann, fuhr der Fahrdienst bzw. Krankentransport vor. Mein Rollstuhl wurde festgeschnallt und los ging es. Mein erster Tag an der neuen Schule war gut, meine Klasse und die Lehrer schienen in Ordnung zu sein. Nach den ersten Fahrten mit dem Fahrdienst wurde mein Rollstuhl immer schlechter befestigt. Ich hatte in jeder Kurve Angst, dass der Rollstuhl umfällt. Als mir am nächsten Tag von einem Mädchen, das auch mit dem Fahrdienst fuhr, erzählt wurde, dass ihr Rollstuhl in einer Kurve umgefallen war, war es bei mir total vorbei, ich wollte nicht mehr mit diesem Krankentransport fahren! Ich erzählte das meinen Eltern und die sagten, dass es so nicht weiter gehe! Das wiederholte Beschweren bei dem Fahrdienst brachte gar nichts. Deswegen gingen meine Eltern am nächsten Tag zur Polizei, TÜV und dem ADAC und fragten, ob es keine Vorschriften gäbe, wie der Rollstuhl befestigt werden muss. Sie erzählten meinen Eltern, dass es dafür keinerlei Gesetze oder Vorschriften gäbe, wie der Rollstuhl befestigt werden muss. Das konnte ich nicht verstehen, wenn man mit einem Auto fährt, dann muss man sich schließlich auch anschnallen. Ich finde dann wird dort definitiv in zwei Klassen unterschieden! Dann scheint die Sicherheit eines gehandicapten Menschen nicht so wichtig zu sein, wie die eines anderen! Das finde ich wirklich schlimm, es muss sich noch viel tun! Der Rollstuhl sollte, meiner Meinung nach, immer mit vier sogenannten Kraftknoten und einem Gurt befestigt werden, so hat man beim Fahren etwas Sicherheit. Aber dieses Problem löste sich von selbst, es wurde nämlich nach einem neuen Fahrdienst vom Landkreis Göttingen gesucht, es war wieder der günstigste, aber dort wurde man wenigstens richtig angeschnallt. Darüber war ich sehr erleichtert!

In der fünften Klasse machte ich viel mit Lasse und Robin. Lasse ist nett, freundlich, hilfsbereit, klug, ehrgeizig, empathisch, lustig und geduldig beim Erklären, zum Beispiel von Mathe. Robin ist nett, freundlich, hilfsbereit, ehrgeizig, klug, lustig, empathisch, hat immer gute Sprüche bereit und man kann mit ihm gut diskutieren. Sie waren gute Freunde für mich, wir konnten immer reden und sie haben mir geholfen, besonders in Mathe, das war einfach nicht mein Ding. Ich saß fast von der fünften bis zur zehnten Klasse mit Robin zusammen an einer Tischgruppe. (Eine Tischgruppe (TG) besteht aus sechs Personen, die ein Schuljahr zusammensitzen und sich gegenseitig helfen. In der Tischgruppe sitzen gute und weniger gute Schüler, die sich gegenseitig helfen sollen, dadurch sollen alle profitieren). Das hätte ich früher nie zugegeben, aber ich war doch froh, dass wir so oft an einer Tischgruppe saßen. Lasse war ein guter Nachhilfelehrer, aber es hatte nicht viel gebracht. Das hat mir wirklich leidgetan, er hat sich nämlich immer Mühe gegeben. Wenn man mit Jungs befreundet ist, dann ist es nicht so kompliziert wie mit manchen Mädchen. Du kannst ihnen auch mal direkt ins Gesicht sagen, was dich stört oder wenn man sich mal streitet, dann knallt es einmal und dann ist es wieder gut. Bei einer Mädchenfreundschaft ist das selten, da gibt es dann Geläster und es wird länger nicht zusammen gesprochen.